„Weißt du, in Konflikten bin ich immer ziemlich gemein. Mein Muster ist es, dass ich interpretiere und alles was die Person sagt, auf die Goldwaage lege. Da entsteht dann meistens ein Riesen Streit, weil ich wegen dem was ich denke, verletzt bin.“ 

 

Dieser Satz fiel vor kurzem in einer Coaching Session. Sie hat sich im Voraus mit alten Mustern beschäftigt und dieses Muster ist ihr in Konflikten aufgefallen.

Es stört sie, dass sie so reagiert, weil dadurch die Konflikte unheimlich aufwühlend für sie sind. 

Das ist absolut normal, denn: wenn wir verletzt sind, heben wir den Konflikt auf die emotionale Ebene. Auf dieser Ebene möchten wir uns wehren, gegen den Angriff der anderen Person und diese Abwehrmechanismen sind meistens sehr impulsiv, vielleicht auch gar nicht so, wie wir eigentlich reagieren möchten und machen uns stur, sodass wir zu keiner Lösung finden können. 

Auf einer sachlichen Ebene, kann es uns gelingen konstruktiv zu sein und den Konflikt als Chance nutzen die Beziehung zueinander zu verbessern, indem man einen Kompromiss oder eine Lösung findet. 

 

In diesem Fall ist es sie selbst, die durch ihre Interpretation den Konflikt auf eine emotionale Ebene anhebt. 

Was fehlt, ist der Perspektivenwechsel und das vertrauen darin, dass man nicht persönlich für alles verantwortlich ist und nicht alles als persönlicher Angriff gewertet werden darf. 

Ich habe sie gefragt, wie sie denn lieber reagieren möchte. Ihre Antwort: „Am liebsten würde ich ruhig bleiben, nicht direkt so negativ sein und der anderen Person nichts unterstellen.“ 

Wie kann man das schaffen? 

Umso länger wir über ihr Wunschverhalten gesprochen haben und wir uns angeschaut haben, was für Ressourcen sie hat, kamen wir zu einer „Richtlinie“: 

 

„Ich möchte offen fragen, ob meine Interpretation stimmt und der Person die Möglichkeit geben, sich dazu zu äußern, bevor ich verletzt bin.“ 

 

Dadurch bezieht man die andere Person in den Konflikt mit ein und kann direktes Feedback bekommen.

Wenn die Interpretation stimmt, ist es absolut gerechtfertigt verletzt zu sein und das auch zu äußern.

Wenn sie es aber nicht ist, kann man versuchen, diesen Gedanken gehen zu lassen und auf der sachlichen Ebene bleiben. Man kann konstruktiv sein und eine Lösung finden.

 

How to: 


Wenn dich das Beispiel gerade angesprochen hat und du dich darin wiedererkannt hast, frage dich: 

Was mag ich an meinem Verhalten nicht?
Wie würde ich lieber stattdessen reagieren?
Wie kann ich das als eine Regel umsetzen? 

 

Wichtig hierbei: gehe erstmal nur von dir aus und versuche deine Grenze und deinen Standard in Konflikten zu finden. 

Und wenn du in die Umsetzung gehst:

Sei nicht zu hart zu dir.

 

Solche Veränderungen brauchen Zeit und Raum und du darfst dir die Möglichkeit geben, langfristig etwas daran zu verändern. Wenn es mal nicht klappt, heißt das nicht, dass du „schlecht bist“ oder „es einfach nicht schaffst“, sowas gehört einfach dazu! 

Wenn du dich dabei herausgefordert fühlst oder schwierig zu einer Lösung für dich kommst, lade ich dich zu einem Kennenlerngespräch ein. Da können wir nochmal ganz gezielt und individuell schauen, wie du mit dem Thema umgehen kannst. 

Alles Liebe,
Elena